Spurenelement-Mangelerkrankungen Selen

In der enzymatischen Abwehr der freien Radikalen spielt nun Selen eine bedeutende Rolle. Es liegt auf der Hand, daß eine ausreichende Selenversorgung gerade für ältere Menschen für die Gesunderhaltung unerläßlich ist.

Durch Selenmangel im Boden kommt es gerade bei älteren Menschen zu leichten Ernährungsfehlern, die das Selendefizit noch verschärfen:
Einseitige Kost, falsche Zubereitung der Nahrung (durch Kochen geht bis zu 50% des in der Nahrung vorhandenen Selens verloren), auch durch Essen von Konservennahrung und industriell verarbeiteter Nahrungsmitteln. Außerdem liegen bei älteren Menschen häufig zusätzlich Resorptionsstörungen (Schwierigkeiten in der Aufnahme von Nährstoffen) organischer oder medikamentös verursachter Art vor.

Prof. Grube vom Wilhelminenspital der Stadt Wien hat in den vergangenen Jahren klinische Erfahrungen bei den verschiedenartigsten Spurenelement-Mangelerkrankungen gesammelt. Er hat festgestellt, daß gerade ältere Menschen mit mehrfachen Gesundheitsstörungen immer häufiger die Symptome eines Spurenelemente-Mangels zeigen. Unter diesen Erkrankungen sei besonders der Mangel an Selen in den letzten Jahren sprunghaft angestiegen. Prof. Gruber setzt Selen als Hilfsmittel (Adjuvans) bei folgenden Erkrankungen ein: koronare Herzkrankheit, Arteriosklerose, Herzinfarkt, rheumatischer Formenkreis, Leberzirrhose, Augenkrankheiten, Erkrankungen der Haut, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, Morbus Parkinson (Schüttellähmung), Alzheimer-Krankheit. Selen wird zunehmend zur Krebsprophylaxe (Vorbeugung) eingesetzt. Zwar ist Krebs keine Selen-Mangelkrankheit, aber Selen fördert deutlich die lmmunabwehr des Körpers. Ein zu niedriger Selenstatus schwächt die körpereigene Abwehr gegenüber krebserregenden Stoffen. Niedrige Selenwerte im Blut zeigen also ein erhöhtes Krebsrisiko an. Das gleiche trifft zu für ein erhöhtes Infarktrisiko.Umfangreiche Untersuchungen des Selenstatus (Normalwert = 100%) bei verschiedenen Krankheitsbildern zeigen deutlich, daß Selenmangel vorliegt bei: Krebserkrankungen = 86%, unter Chemotherapie = 68%, koronaren Herzerkrankungen = 64%, Geriatrie = 66%, lmmundefizienz (AIDS) = 63%, Rheumatoider Formenkreis = 74%…

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